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Bildung 2030

Inklusive, chancengerechte und hochwertige Bildung für alle  
Foto: © Modell Foto: Colourbox.de

Weltbildungsbericht

Im UNESCO-Weltbildungsberichts (Global Education Monitoring Report) werden jährlich, weltweit die Fortschritte bei der Umsetzung der globalen Bildungsagenda 2030 evaluiert, die als integraler Bestandteil der Ziele nachhaltiger Entwicklung (Sustainable Development Goals – SDG) im September 2015 von den Vereinten Nationen verabschiedet wurde.  

 Weltbildungsbericht 2017/18 „Verantwortung für Bildung“

Der Weltbildungsberichts 2017/18 trägt den Titel “Verantwortung für Bildung".  Er zeigt auf, welche Akteure die Verantwortung für ein gutes Bildungssystem tragen und analysiert, wie alle relevanten Akteure Bildung effektiver, effizienter und gerechter gestalten können. In diesem Sinne schließst der Weltbildungsbericht 2017/18 mit konkreten Empfehlungen für Regierungen ab:

  1.  Konstruktive Rechenschaftspflicht für Schulen und LehrerInnen, die die Qualität der Bildung unterstützen;
  2.  demokratische Beteiligung zulassen, Medienfreiheit achten, und unabhängiger Einrichtungen zur Bearbeitung von Beschwerden einrichten;
  3. Errichtung von Regularien, die gewährleisten, dass Bildungssysteme nicht diskriminieren und hochwertige Bildung sicherstellen;
  4. das Recht auf Bildung justiziabel zu machen, was derzeit in 45 Prozent der Länder weltweit nicht der Fall ist.

Weiters geht aus dem Weltbildungsbericht hervor, dass wir von der Verwirklichung einer inklusiven, hochwertige und chancengerechte Bildung weltweit noch weit entfernt sind.

 264 Millionen Kinder und Jugendliche zwischen 6 und 17 Jahren haben keinen Zugang zur Bildung. Auch Kinder, die eine Schule besuchen schließen diese oft nicht ab.  Zwischen 2010 und 2015 lagen die Abschlussraten im Grundschulbereich (6-11 Jahre) bei lediglich 83 Prozent, im unteren Sekundarschulbereich (12-14 Jahre) bei 69 Prozent und in der oberen Sekundarschulbildung (15-17 Jahre) bei nur 45 Prozent.

In nur 17 Prozent aller Länder gibt es ein Jahr verpflichtende und kostenfreie frühkindliche Bildung. Laut Erhebungen in Entwicklungs- und Schwellenländern hatten zwischen 2010 und 2015 drei- bis vierjährige Kindern der Reichsten fünfmal so oft eine frühkindliche Bildungseinrichtung besucht wie die Ärmsten.

Geschlechtergerechtigkeit in der Grundschulbildung wurde nur in 66 Prezent der Länder weltweit erreicht. In der Sekundarschulbildung sind die Erfolge noch geringer. In der Sekundarstufe I wurde Geschlechtergerechtigkeit in lediglich 45 Prozent der Länder und auf Ebene der Sekundarstufe II in nur 25 Prozent der Länder weltweit durchgesetzt. Die Analphabetenrate unter Jugendlichen ist zwar seit dem Jahr 2000 um 27 Prozent gefallen, dennoch haben über 100 millionen junger Menschen weltweit gravierende Basisbildungsdefizite.

39 Milliarden US-Dollar fehlen in der Bildung weltweit

39 Milliarden US-Dollar fehlen weltweit jedes Jahr für eine inklusive, hochwertige und chancengerechte Bildung, wie sie die UNESCO in ihrer Bildungsagenda 2030 propagiert.

Durchschnittlich geben Länder 4,7 Prozent ihres Bruttoinlandproduktes bzw. 14,1 Prozent der öffentlichen Mittel für die Bildung aus. Der Bildungsanteil der weltweiten Gelder für die Entwicklungszusammenarbeit wurde in den letzten Jahren deutlich reduziert. Im Jahr 2009 waren es noch 10 Prozent, im Jahr 2015 nur mehr 6,9 Prozent. Ein angemessener Rechtsrahmen und entsprechende politische Strategien können jedoch nur mit ausreichenden Mitteln umgesetzt werden, betonen die AutorInnen des Weltbildungsberichts.

Hintergrund

Im September 2015 haben die Vereinten Nationen nachhaltige Entwicklungsziele (Sustainable Development Goals – SDGs) verabschiedet und sich dazu verpflichtet, diese bis 2030 umzusetzen. Aus dem Ziel 4 „Bis 2030 allen Menschen inklusive, chancengerechte und hochwertige Bildung sicherstellen sowie Möglichkeiten zum lebenslangen Lernen fördern“ leitet sich die globale Bildungsagenda für die Jahre 2016 bis 2030 ab. Die UNESCO koordiniert die Umsetzung und ist für das Monitoring verantwortlich.

 Bisherige Berichte

Weltbildungsbericht 2016: Bildung für Mensch und Erde