Repräsentative Liste des Immateriellen Kulturerbes der Menschheit

Die Repräsentative Liste des Immateriellen Kulturerbes der Menschheit dient in erster Linie der Sichtbarmachung von lebendigen Traditionen, wobei die eingetragenen Elemente stellvertretend für alle Beispiele des immateriellen Kulturerbes gelten, egal, ob diese in nationalen Verzeichnissen oder einer der internationalen Listen aufscheinen. Die Bedeutung jedes Elements ist gleichwertig, die Listung bedeutet grundsätzlich keine qualitative Bewertung. Bewerbung und Eintragung in diese Liste sollte daher vor allem als Mittel zur Präsentation der Vielfalt von immateriellem Kulturerbe gesehen werden.

Bewerbungen für die Repräsentative Liste können wie bei allen internationalen Listen ausschließlich von den Mitgliedsstaaten zum Übereinkommen eingereicht werden, das Zwischenstaatliche Komitee entscheidet aufgrund von Empfehlungen einer Arbeitsgruppe über die endgültige Aufnahme.

Während der 7. Sitzung des Zwischenstaatlichen Komitees zur Erhaltung des Immateriellen Kulturerbes, die von 3. - 7. Dezember 2012 in Paris stattfand, wurden das Imster Schemenlaufen und die Falknerei in die Repräsentative Liste des Immateriellen Kulturerbes der Menschheit aufgenommen.
Die bereits über 250 Traditionen aus allen Weltregionen umfassende Liste - darunter die Tradition der Peking-Oper, der spanische Flamenco, das mongolische Naadamm-Festival, die indonesische Batik-Kunst oder die chinesische Akupunktur - enthält seither zwei österreichische Traditionen.

Die Kriterien zur Aufnahme eines Elements in diese Liste sind:

Da immaterielles Kulturerbe in einem lebendigen Überlieferungsprozess stehen muss, ist es auch möglich, dass die lokale Weitergabe bereits gelisteter Elemente im Laufe der Zeit aus verschiedensten Gründen gefährdet erscheint. Die kontinuierliche Vermittlung von Generation zu Generation wird daher durch periodische Berichte jedes Mitgliedsstaates evaluiert. Wenn das Komitee feststellt, dass die Lebensfähigkeit eines Elements und daher die Einhaltung der Kriterien nicht mehr gegeben sind, kann es auch von der Liste genommen werden.

Nachdem die UNESCO ihre Hauptaufgabe in der internationalen Zusammenarbeit sieht, müssen die lokalen Erhaltungsmaßnahmen auf lokaler und nationaler Ebene unter Einbindung der jeweils beteiligten Personen und Gemeinschaften stattfinden.