In Österreich ist der Brauch des Samsontragens nur im Salzburger Lungau sowie in zwei Gemeinden der angrenzenden Steiermark beheimatet. Er ist fixer Bestandteil des regionalen Brauchtumkalenders und sorgt immer für regen Zulauf.
Er geht auf die Barockzeit zurück, als auf Betreiben der Kapuziner zu Fronleichnam und am Bruderschaftsmontag prunkvolle Umzüge mit Darstellungen aus der Bibel auf großen Schauwägen abgehalten wurden. Die Riesenfigur des Samson, eines alttestamentarischen Richters, wurde mitgeführt. Spätestens gegen Ende des 18. Jahrhunderts kam es zur Reformierung des religiösen Brauchtums und zum Verbot des Mitführens von Riesenfiguren bei Prozessionen durch die Aufklärung. Seitdem finden die Umzüge nicht mehr im Rahmen von Prozessionen, sondern davor und danach statt.
Ähnliche Umzugsriesen kennt man auch in anderen europäischen Ländern wie zum Beispiel Spanien, Belgien, Portugal oder Frankreich.