2010

27. August

„Mund aufs Herz“. Das Fest des Märchenerzählens

Der Märchenerzähler Helmut Wittmann lud in den Cumberland-Wildpark Grünau ein, um die Aufnahme des Märchenerzählens in das Nationale Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes zu feiern. Zahlreiche Gäste konnten an einem bezaubernden Nachmittag namhaften Märchenerzählerinnen und Märchenerzählern aus ganz Österreich und Deutschland lauschen. Neben den Erzählungen wurden musikalische Schmankerl aus der Region Grünau zum Besten gegeben. Der Tag fand einen würdigen Ausklang bei der Überreichung von Anerkennungsurkunden an die Erzählerinnen und Erzähler durch Mag. Maria Walcher im Schindlbachgut. Dies bildete den perfekten Abschluss zu einem gelungenen Fest!

29. November

Überreichung der Urkunden an die zweiten in das Nationale Verzeichnis aufgenommenen Traditionen, Noaflhaus in Telfs

Dank der Unterstützung von pro vita alpina, der Marktgemeinde Telfs und des Noaflhauses wurde in Telfs die Überreichung der Urkunden an die neu aufgenommenen Traditionen in das Nationale Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes gefeiert. Die musikalische Unterhaltung übernahm die Musikgruppe TyRoll.

Maria Walcher moderierte die Überreichung der Urkunden, welche von Frau Landesrätin Dr. Beate Palfrader, Herrn Minsterialrat Norbert Riedl und dem Bürgermeister von Telfs, Herrn Christian Härting, übergeben wurden. Von allen neu aufgenommenen Traditionen waren VertreterInnen anwesend: Prof. Dr. Hans Haid gab ein Gedicht in Ötztalerisch zum Besten, das dem Publikum viel Konzentration abverlangte. Die Heiligenbluter Sternsinger sangen ein Weihnachtslied und die Perchtolsdorfer Weinhüter verköstigten das Publikum mit einem feinen Tropfen. Die Samsonträger aus dem Lungau und dem Bezirk Murau erzählten vom beeindruckenden Tanz der Riesenfiguren. Voller Stolz präsentierten auch die Ebenseer Glöckler mit dem kleinen Stefan eine Glöcklerkappe. Ein Ohrenschmaus war der Wiener Dudler von Rudi Koschelu. Ein Ofen- und Kaminmaurer aus dem Burgenland berichtete von seiner Arbeit und am Ende konnten Werkstücke der Schmiedeakademie in Ybbsitz bestaunt werden.
Die Salzburger Festschützen präsentierten einen Prangerstutzen und feuerten zum krönenden Abschluss einen Salutschuss ab. Alle TraditionsträgerInnen brachten zum Ausdruck, welche Bedeutung „ihre“ Tradition für die jeweilige Gemeinschaft darstellt.

Zum Abschluss wurden noch einmal kräftig die Lachmuskeln strapaziert. Pro vita alpina hatte eine kleine Überraschung vorbereitet. Aufgrund eines Tippfehlers in der Einladung zur Urkundenverleihung wurde das Immaterielle Kulturerbe zur Kulturerbse. Dies wurde in Form von bedruckten T-Shirts humorvoll festgehalten, die den Mitarbeiterinnen der Nationalagentur als Geschenk überreicht wurden.

13. und 14. November

4. Europäisches ANME - Symposium in Wien

Das 4. internationale Symposium der Association of Natural Medicine in Europe (ANME) fand in Zusammenarbeit mit der Nationalagentur unter dem Titel „Complementary and Alternative Medicine (CAM) in Europe – quo vadis?“ statt. Neben Referaten von internationalen ExpertInnen gab es Arbeitsgruppen, in denen die Etablierung von komplementärer und traditioneller Medizin auf nationaler und internationaler Ebene sowie die Messbarkeit deren Wirksamkeit diskutiert wurden. Diese verlangt eine andere Methode der Erfassung als die Biomedizin, da komplementäre und traditionelle Heilmethoden die PatientInnen ganzheitlich erfassen. Ihre Erforschung ist wichtig und notwendig, um eine Qualitätssicherung für die VerbraucherInnen zu ermöglichen.

Die Verleihung der Prießnitz-Medaille durch Willy Hauser vom Bundesverband der deutschen Heilpraktiker an Monika Gerhardus, Mitbegründerin und Vorsitzende der ANME, und Mag. Maria Walcher war der würdige Abschluss des Symposiums. Frau Monika Gerhardus wurde für ihr unermüdliches Engagement in der Naturheilkunde geehrt, Frau Mag. Maria Walcher für ihren Einsatz für die Bedeutung traditioneller Heilmethoden in Österreich im Rahmen ihrer Funktion als Leiterin der Nationalagentur für das Immaterielle Kulturerbe. Die Prießnitz-Medaille wird seit 1960 in zweijährigem Abstand zu Ehren von Vinzenz Prießnitz (1799-1851) verliehen. Er entdeckte die Heilkraft von Wasser und gilt als Erneuerer der Kaltwasserkur.

5. Oktober

Pressekonferenz zur Bekanntgabe der Neuaufnahmen in das Nationale Verzeichnis

„Griess enk gött“ hieß es beim Heurigen Hengl-Haselbrunner in Wien-Grinzing auf Ötztalerisch. Dort wurden am 5. Oktober von Bot. i.R. Dr. Eva Nowotny und Mag. Maria Walcher die 12 Neuaufnahmen in das Nationale Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes präsentiert. Neben einem großen Aufgebot an Medien waren auch die stolzen Vertreterinnen und Vertreter der aufgenommenen Elemente in großer Zahl anwesend und konnten „ihre“ Traditionen selbst vorstellen. So erzählten zwei Perchtoldsdorfer Weinhauer über ihr Erntedankfest sowie den Hütereinzug und nutzten die Chance, auch die typischen Gstanzln zum Besten zu geben. Auch aus dem Lungau kamen Traditionsträger, die von den bis zu 6 Meter hohen und manchmal 100 Kilo schweren Samsonfiguren erzählten. Die Tradition des Wiener Balls war nicht nur prominent durch Prof. Thomas Schäfer-Elmayer, sondern auch durch zahlreiche Komiteemitglieder verschiedenster Wiener Bälle vertreten. Darunter befanden sich Mag. Susanne Schöner vom Kontaktkomitee der Nobel & Traditionsbälle/Juristenball, Komm. Rat Maximilian K. Platzer als Vertreter des Kaffeesiederballes oder Ing. Eveline Gaderer für den Ball des Concordia Presseclubs. Der Direktor der Schmiedeakademie in Ybbsitz Leopold Lugmayr kam mit dem Schmiedestück eines Schülers und berichtete über die lebendige Schmiedetradition. Dr. Susanne Steiger-Moser vom Museum für Baukultur erzählte von der Geschichte und Bedeutung der Ofen- und Kaminmaurerei für das Burgenland. Abschließend gaben Mag. Agnes Palmisano und der Kontragitarrist Rudi Koschelu zur großen Freude des Publikums noch zwei Wiener Dudler zum Besten

20. April

Überreichung der Urkunden an die ersten in das Nationale Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes aufgenommenen Traditionen, ORF-Landesstudio Salzburg

Im ORF-Landesstudio Salzburg wurden die ersten Urkunden an die erfolgreichen BewerberInnen überreicht und die aufgenommenen Elemente präsentiert. Außergewöhnlich beeindruckende Darbietungen der FalknerInnen, Villgratener Sternsinger, Ranggler und eines Märchenerzählers machten den Nachmittag ebenso wie eine Schauapotheke aus Bad Ischl zu einem unvergesslichen Ereignis. Jede Präsentation zeigte, welches enorme Potential immateriellen Kulturerbes zur Schaffung von Identität und Selbstbewusstsein innewohnt, und machte seine Bedeutung als Mittel zur Förderung von Annäherung, Austausch und Verständnis zwischen den Menschen sichtbar.

11. März

Pressekonferenz zur Bekanntgabe der gelisteten Elemente immateriellen Kulturerbes

Dkfm. Elisabeth Gürtler, Bot. i.R. Dr. Eva Nowotny, Präsidentin der Österreichischen UNESCO-Kommission und Mag. Maria Walcher, Leiterin der Nationalagentur, luden in die Spanische Hofreitschule in Wien zur Pressekonferenz. Unter großer Anteilnahme der Medien wurden die ersten Eintragungen in das Nationale Verzeichnis präsentiert und die Öffentlichkeit über die Bedeutung dieses Verzeichnisses für das immaterielle Kulturerbe Österreichs informiert.

10. März

Zweite Sitzung des Fachbeirates: Abstimmung über die Aufnahme von immateriellem Kulturerbe in die Nationale Liste

Der Fachbeirat entschied erstmals über die Aufnahme von immateriellem Kulturerbe. Es wurden 18 Elemente in das Nationale Verzeichnis aufgenommen.

22. Jänner

Arbeitsbesprechung/Workshop: „Immaterielles Kulturerbe im Bereich der Forst- und Holzwirtschaft“

Das Lebensministerium lud die Nationalagentur der ÖUK, Betriebs-, Behörden- und InteressensvertreterInnen, Experten aus Forschungs-, Bildungs- und Museumsarbeit, ausgewählte PraktikerInnen und Proponenten, zu diesem Workshop, um potentielle KandidatInnen zu einer Bewerbung für das Nationale Verzeichnis zu motivieren. Die zentralen Fragen betrafen das traditionelle Wissen im Zusammenhang mit dem UNESCO – Übereinkommen zur Erhaltung des Immateriellen Kulturerbes in den Bereichen Forstwirtschaft und Holzverwendung sowie für eine Bewerbung in Frage kommenden TraditionsträgerInnen. Vier Einreichungen in der Bewerbungsrunde 2010 konnten als mittelfristiges Ziel definiert werden.

14. - 17. Jänner

"International seminar about Xoan Singing of Phu Tho and Xoan Diplomatic Culture Night", Vietnam

Die Abteilung für Kultur, Sport und Tourismus der Provinz Phu Tho und das Vietnamesische Institut für Musikwissenschaft luden Mag. Maria Walcher als eine der internationalen ExpertInnen zu einem Seminar zur XOAN-Singtradition. Es handelt sich dabei um einen speziellen musikalischen Brauch zur Götter- und Ahnenverehrung der Volksgruppe der Viet im nördlichen vietnamesischen Binnenland. Ziel der Veranstaltung war, gemeinsam Vergleiche zu ähnlichen Phänomenen herzustellen sowie die Meinungen der verschiedenen geladenen Gäste zu den gezeigten Elementen des Brauches einzuholen. Dies geschah vor allem in Hinblick auf eine Nominierung dieser Tradition für die UNESCO-Liste des dringend erhaltungsbedürftigen immateriellen Kulturerbes.