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Immaterielles Kulturerbe

Bräuche, Wissen, Handwerkstechniken  
Foto: © UNESCO/James Muriuki

Einreichung des europäischen Handblaudrucks für internationale UNESCO Liste

Auf Einladung von Kulturminister Thomas Drozda und der Österreichischen UNESCO-Kommission unterzeichneten am 20. März 2017 hochrangige VertreterInnen aus Deutschland, der Slowakei, Tschechien und Ungarn die multinationale Einreichung der Tradition ‚Indigo-Handblaudruck‘ für die „Repräsentative UNESCO-Liste des immateriellen Kulturerbes der Menschheit“. Entscheiden wird die UNESCO über die Aufnahme Ende 2018.

 Unter Indigo-Handblaudruck versteht man das Färben von zumeist Naturmaterialien mittels einer speziellen Drucktechnik. Mit bis zu 250 Jahre alten Holzmodeln, die sich durch regional inspirierte Muster auszeichnen, wird der Papp (eine farbabweisende Masse) vor der Färbung auf das Leinen aufgetragen, sodass das Muster nach dem Färben weiß erscheint.

Im 18. und 19. Jahrhundert war die Technik des Blaudrucks in Mitteleuropa stark verbreitet, heute existieren in Europa nur noch wenige Blaudruckwerkstätten, meist Familienbetriebe. In Österreich existieren nur noch zwei Familienbetriebe: Original Blaudruck Koó (Burgenland) und Blaudruckerei Wagner (Oberösterreich), in Tschechien sind ebenfalls noch zwei Familienbetriebe aktiv, in der Slowakei sind es drei, in Ungarn noch 6 aktive Familien-Blaudruckereien. Die größte Gemeinschaft an Blaudruckern in Europa besteht in Deutschland:  Hier existieren noch 12 Werkstätten.

 TraditionsträgerInnen dieser jahrhundertealten Technik haben sich zusammengetan, um gemeinsam die Tradition des Handblaudruck international sichtbar zu machen und auf sein sukzessives Verschwinden aufmerksam zu machen.

Wir verfolgen die großartige Arbeit und das Engagement der BlaudruckerInnen schon seit Jahren und unterstützen die Vernetzung der Betriebe in Europa und deren Zusammenarbeit mit internationalen Künstlerinnen und DesignerInnen. Umso mehr freut mich, dass diese länderübergreifende Einreichung nun auf dem Weg nach Paris ist. Die Handwerkstechnik des Blaudrucks ist leider zunehmend vom Verschwinden bedroht, nur noch wenige Werkstätten, meist Familienbetriebe, können dieses Wissen weitergeben. Wir hoffen, die Einreichung wird erfolgreich sein, nicht zuletzt um diese Tradition auch international festzuschreiben und ihr durch neue Impulse Auftrieb zu geben . (Eva Nowotny,  Präsidentin der Österreichischen UNESCO-Kommission)

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BM Drozda erlebt mit Blaudrucker Joseph Koó das "blaue Wunder".
© BKA/Christopher Dunker
In Österreich gibt es noch zwei Familienbetriebe: Originalblaudruck Koó und Blaudruckerei Wagner.