Springe zum Hauptinhalt

Immaterielles Kulturerbe

Bräuche, Wissen, Handwerkstechniken  
Foto: © UNESCO/James Muriuki

Erfahrungswissen im Umgang mit Lawinengefahr erhalten

Die Kandidatur „Umgang mit der Lawinengefahr“ wurde am 31. März 2017 offiziell bei der UNESCO für die Aufnahme in die Repräsentative Liste des immateriellen Kulturerbes der Menschheit gemeinsam mit der Schweiz eingereicht. Die UNESCO entscheidet Ende 2018 über die Aufnahme.

Die kollektive Bedrohungssituation durch Lawinen hat in Österreich und der Schweiz zu gemeinschaftlichen und identitätsstiftenden Formen des Umgangs mit dieser Naturgefahr geführt. Es entstand ein breites informelles Erfahrungswissen, das über Jahrhunderte weitergegeben und schrittweise um wissenschaftliche Erkenntnisse ergänzt wurde. Dieses altüberlieferte Wissen wird ständig weiterentwickelt, indem historische Kenntnisse mit modernsten Techniken kombiniert werden.

VertreterInnen der alpinen Vereine Österreichs, des Österreichischen Berg- und Skiführerverbands, sowie MitarbeiterInnen in öst. Lawinenkommissionen, in Forschungs- und Dokumentationseinreichtungen sowie VertreterInnen von Bund und Länder haben gemeinsam mit VertreterInnen von Schweizer Verbänden und Institutionen die Kandidatur erarbeitet.

„Der tagtägliche Umgang mit der Lawinengefahr verbindet die Menschen in den Alpenländern – über kollektive und persönliche Erlebnisse werden Maßnahmen zur Bewältigung sowie Prävention getroffen. Wir hoffen sehr, dass die Einreichung Erfolg haben wird, denn der Umgang mit Lawinengefahr ist wichtiges kulturelles Erbe und trägt bei zu einem besseren Verständnis von traditionellem Wissen als Zukunftsressource“ , so Eva Nowotny, Präsidentin der Österreichischen UNESCO-Kommission).

Diese bilaterale Einreichung ist die 4. Einreichung Österreichs für die bereits über 300 Traditionen aus allen Weltregionen umfassende „Repräsentative Liste des immateriellen Kulturerbes der Menschheit“. Bis dato ist Österreich mit drei Elementen auf dieser internationalen Liste vertreten: Falknerei, Imster Schemenlaufen, Klassische Reitkunst der Spanischen Hofreitschule -  neben Traditionen aus aller Welt, wie zum Beispiel der Tradition der Peking-Oper, dem spanischen Flamenco, dem mongolischen Naadamm-Festival, iranischer Teppich-Knüpfkunst, der kolumbianischen Marimba-Musik oder der chinesischen Akupunktur. Der Umgang mit der Lawinengefahr ist nicht die einzige Nominierung für diese internationale Liste der UNESCO: im Bereich des traditionellen Handwerks nominiert Österreich gemeinsam mit den vier Nachbarländern Deutschland, Slowakei, Tschechien und Ungarn den europäischen Handblaudruck zur Aufnahme in die Repräsentative Liste 2018.

Links

© Friedrich Juen