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Immaterielles Kulturerbe

Bräuche, Wissen, Handwerkstechniken  
Foto: © UNESCO/James Muriuki

Federkielstickerei (Restaurierung, Weiterentwicklung und Verwendung)
Traditionelles Handwerk in ganz Österreich, aufgenommen 2018

Die Federkielstickerei ist eine spezielle Ziertechnik, welche vor mehr als 200 Jahren entwickelt wurde und im 19. Jahrhundert ihren Höhepunkt erlebte. Bis heute dient diese besondere Technik, die eine jahrelange Ausbildung und Praxis verlangt, der Herstellung und Restaurierung von Trachtenmode. Sie ziert unter anderem Frauen- und Männergürtel, Handtaschen, Ranzen und Geldbörsen.

Bei der Federkielstickerei werden gespaltene Federkiele von Pfauenfedern zu Ornamenten in pflanzlich gegerbtes und mit einer Ahle vorgestochenes Rindsleder, eingezogen. Diese besondere Technik der Herstellung und Restaurierung von Federkielobjekten, wie z.B. Männerranzen („Geldkatze“) oder Einkaufstaschen („Zöger“), verlangt eine jahrelange Ausbildung und Praxis. Erzeugt wurden Federkielobjekte früher in erster Linie von Riemer*innen, aber auch Handschuhmacher*innen und vereinzelt Sattler*innen. Der Beginn der Federkielstickerei ist mit 1790 anzusetzen, wobei sie die damals geläufigen „Zinnfatschen“, eine Art Gürtel für Männer und Frauen, ablöste. Ihren Höhepunkt erlebte die Federkielstickerei im 19. Jahrhundert. Aufgrund der aufwendigen Herstellungsweise waren Federkielobjekte stets sehr teuer und galten als Statussymbole reicher Handwerksbürger*innen, und Bäuer*innen. Sie gehörten auch zur Ausstattung von Trachtenvereinen. 

Da heute das Gewerbe der Riemer*innen nicht mehr besteht, wird die Federkielstickerei dem Gewerbe der Sattler*innen (Taschnerei) zugeordnet. Es gibt keinen eigenen Lehrberuf. Die Ausbildung ist nur mehr als Sonderform des Taschnergewerbes möglich. Neben der Herstellung neuer Objekte, werden vielfach historische Stücke restauriert. Diese dienen auch als Vorlage für Repliken. Getragen werden die wertvollen Stücke heute vor allem von Trachtenvereinen und Musikkapellen. Für die Träger*innen haben sie oftmals einen hohen ideellen Wert. 

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