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Vielfalt kultureller Ausdrucksformen

Freiräume für Kunst und Kultur  
Foto: © Caroline Minjolle

Expert*innen-Runde: Kunstfreit in Österreich - Monitoring

Das Netzwerk Arts Rights Justice Austria (ARJ Austria) erarbeitet seit Anfang des Jahres ein Monitoring-Instrument, das die systematische Dokumentation von Einschränkungen künstlerischer Freiheit in Österreich ermöglichen soll. Bei einem partizipativen Workshop am 6. Dezember kamen Expert*innen aus dem Sektor zusammen, um dieses durch Expertise und Erfahrung anzureichern sowie feinzuschleifen, um einen längerfristigen Prozess in Gang zu setzen.

Aktuelle Daten zeigen, dass Verletzungen sowie Einschränkungen des Rechts auf Kunstfreiheit weltweit steigen. Für Österreich kann jedoch aktuell nur spekuliert werden – der Ist-Zustand ist in internationalen Berichten nicht erfasst, da keine verlässlichen Daten vorliegen. Während vereinzelt prominente Fälle in der Öffentlichkeit diskutiert werden, finden Kunstschaffende ohne große Reichweite oft kaum Gehör. 

Vor diesem Hintergrund widmeten sich im Rahmen des partizipativen Workshops  etwa 30 Expert*innen  dem Thema Monitoring von Einschränkungen der Kunstfreiheit.  Moderiert von Anna Schreilechner (ARJ Austria) wurde in Kleingruppen unterschiedlichen Fragestellungen nachgegangen: Mit welchen Formen von Verletzungen oder Einschränkungen war ich bereits konfrontiert? Wie können wir uns gegenseitig bei der Sichtbarmachung von Verletzungen der Kunstfreiheit stärken? 

Wieso Monitoring? 
Im Mittelpunkt des Workshops stand zudem der von ARJ Austria  erarbeitete Entwurf des Monitoring-Systems. Analog im Raum aufgebaut, stellte ARJ Austria die unterschiedlichen Kategorien und Subkategorien vor. In Diskussionen teilten die Teilnehmer*innen ihre Expertise und gaben wertvolle Inputs, um das Monitoring-System so zielführend und wirksam wie möglich zu gestalten. 

Das offene Netzwerk Arts Rights Justice Austria (ARJ Austria) erachtet das Dokumentieren von Fällen, in denen Künstler*innen unter Druck geraten, als essentiell.  Zahlen, Daten, deren Analyse und Reporting können eine Grundlage dafür bilden, die Situation für Kunst- und Kulturschaffende zu verbessern und Sichtbarkeit zu schaffen.  Denn: Durch  Monitoring wird es möglich, Trends und Muster zu erkennen und gesellschaftliche Veränderungen zu messen. 

Formen der Verletzung
Repression von Kunst- und Kulturschaffenden kann sich auch unterschiedliche Art und Weise manifestieren. ARJ Austria versteht deshalb Verletzungen der Kunstfreiheit nicht ausschließlich im engen, juristischen Sinne, sondern widmet sich auch jenen Einschnitten, die eine freie Produktion, Distribution sowie Teilhabe an Kunst und Kultur einschränken, z.B. Diffamierung, Einschüchterung oder Verweigerung der Einreise nach Österreich.  Vor diesem Hintergrund, gab Juristin Dr. Lioba Kasper einen Impulsvortrag zu den rechtlichen Rahmenbedingungen. 

Wie geht es weiter?
ARJ Austria überarbeitet die Dokumente (Monitoring- und Dokumentationsformular & Monitoring-Factsheet) mithilfe des Wissens und der Erfahrungen, die im Rahmen des interaktiven Workshops gesammelt wurden, und übermittelt diese in der zweiten Jänner Woche an alle Teilnehmer*innen und Interessierte darüber hinaus. Die interessierten Personen und Gruppen sind dazu angehalten während der Testphase 2020,  auf ihre individuelle Art und Weise, Fälle systematisch mit Hilfe des Formulars zu dokumentieren.


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