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Welterbe

Kultur- und Naturerbestätten mit außergewöhnlichem universellem Wert  
Foto: © Alexander Eugen Koller

Gefährdetes Welterbe Wien - weiteres Prozedere 2018

Das Welterebekomitee hat im Juli 2017 in Krakau die Welterbestätte "Historisches Zentrum von Wien"auf der Liste des gefährdeten Welterbes (Rote Liste) gesetzt. Entsprechend dem Beschluss 41. COM 7B.42 der UNESCO beginnt mit dem Status als gefährdetes Weltererbe eine Phase der intensiveren Zusammenarbeit "enhanced cooperation". Per 1. Februar 2018 war Österreich aufgefordert, einen neuen SOC-Bericht (Desired State of Conservation Report) vorzulegen.

Inhaltlich muss der Report auf die Hauptkritikpunkte der UNESCO eingehen:

  • den unzureichenden Schutz des Welterbes in den Planungsinstrumenten der Stadt Wien
  • Höhe und Volumen des Bauprojekts am Heumarkt in der Kernzone des Welterbes
  • sowie unzureichende Informationen zum Zubau des Wien-Museums/Aufstockung des Winterthurgebäudes und deren Welterbeverträglichkeit am Karlsplatz

Der Bericht ist auf der UNESCO website einsehbar:
unter http://whc.unesco.org/en/list/1033/documents/

  • Weiters wird dieser Bericht ('Desired State of Conservation Report') dann von der UNESCO an ICOMOS International zur Kommentierung übermittelt (lt. Regelung der Welterbekonvention).
  • Die nächste (42.) Welterbe-Komiteesitzung (24. Juni - 4. Juli 2018 in Manama / Bahrain) entscheidet auf Basis des Berichts und der Kommentierung über weitere Schritte.


Bekenntnis der Bundesregierung zum Erhalt der Welterbestätte

Österreichische UNESCO-Kommission: "Die Aufrechterhaltung des Welterbestatus von Wien erfordert ernsthafte Bemühungen"

Das Bekenntnis der Bundesregierung zur Erhaltung der durch Bauprojekte und fehlende Stadtplanungsinstrumente gefährdete Welterbestätte ‚Historisches Zentrum von Wien‘ im Rahmen der Pressekonferenz am 1. Februar 2018 , kommentiert die  Österreichische UNESCO-Kommission folgend:

"Wir sehen diese Entwicklung als richtigen und wichtigen Schritt. Erstmals gibt es ein Bekenntnis der Republik Österreich zur Einhaltung der rechtlichen Verpflichtungen gegenüber der UNESCO bzw. der Verpflichtung, das von Österreich eingereichte Welterbe Wien zu schützen. Nun müssen aber Taten folgen. Ankündigungen alleine werden nicht genügen."
Mag. Gabriele Eschig, Generalsekretärin

Laut Bundesregierung sind folgende Schritte zum Erhalt der Welterbestätte ‚Historisches Zentrum Wien‘ geplant:

1. ExpertInnenworkshop im März 2018

Im März wird ein Workshop auf Einladung und unter der Leitung des Bundeskanzleramts stattfinden, zu dem unabhängige internationale ExpertInnen für Denkmalschutz, Stadtplanung und Stadtentwicklung sowie für internationales Recht in Bezug auf die Welterbe-Konvention eingeladen werden. Die Ergebnisse werden dem Welterbe Zentrum und ICOMOS International Mitte bis Ende April übermittelt.

2. „Heritage Impact Assessement“ im frühen Sommer 2018

Die Ergebnisse der Workshops sollen als Grundlage für eine von der Republik Österreich beauftragte umfassende ‚Welterbeverträglichkeitsprüfung‘ dienen. Diese wird die in den letzten Jahren erfolgten Entwicklungen im Historischen Stadtzentrum von Wien prüfen und bewerten.

3. Advisory Mission im September 2018
Eine UNESCO/ICOMOS Joint Mission auf Einladung der Republik Österreich soll dann den gegenwärtigen Erhaltungszustand unter besonderer Berücksichtigung der Ergebnisse des Workshops und des „Heritage Impact Assessments“ prüfen.

Corrective Measures – UNESCO bietet Unterstützung an

Kommt eine Welterbestätte auf die Liste des gefährdeten Welterbes, ist es das übliche Prozedere seitens der UNESCO, hier auf internationaler Ebene Unterstützung zu suchen und anzubieten („corrective measures“). Die Rote Liste wurde ursprünglich gegründet, um im Falle von Krieg oder Naturkatastrophen sofort internationale Hilfsmaßnahmen einleiten zu können.
In diesem Sinn gibt es seitens der UNESCO nun bereits seit einem halben Jahr verstärkte Bemühungen und die Hoffnung, die Welterbestätte Wien zu erhalten und Lösungen gemeinsam mit dem Vertragsstaat Österreich zu finden.

Weiterführende Informationen

Links

Bauprojekt am Heumarkt
© Visualisierung (c) Kupf

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