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Welterbe

Stätten mit außergewöhnlichem universellem Wert  
Foto: © Alexander Eugen Koller

Das UNESCO-Übereinkommen
zum Schutz des Kultur- und Naturerbes der Welt

© ÖUK, M.Mairitsch

Die UNESCO Welterbeliste ist ein Spiegel des vielfältigen Reichtums an globalem Kultur- und Naturerbe, das es gilt, in internationalem Verbund nachhaltig zu schützen und zu bewahren. Zum Weltkulturerbe gehören Baudenkmäler, Stadtensembles und Kulturlandschaften, aber auch Industriedenkmäler und Kunstwerke wie Felszeichnungen. Das Weltnaturerbe umfasst geologische Formationen, Fossilienfundstätten, Naturlandschaften und Schutzreservate von Tieren und Pflanzen, die vom Aussterben bedroht sind.

Den Anstoß zur Schaffung eines Völkerrechtsinstruments zum Schutz des Kultur- und Naturerbes der Welt gab die in den 60er Jahren durch die UNESCO koordinierte und durchgeführte Rettungsaktion der Tempel von Abu Simbel und Philae, die durch den Bau des Assuan-Staudammes von Überschwemmung bedroht waren. Die Tempelanlagen von Nubien wurden in Stücke zerlegt, versetzt und an einem anderen Ort wiederaufgebaut. Dieses Unternehmen kostete rund 80 Millionen Dollar, wobei die Hälfte von rund 50 Ländern aufgebracht wurde. Dies zeigte, wie wichtig es ist, dass die Verantwortung für die Erhaltung außergewöhnlicher Kulturgüter von vielen Nationen getragen wird. Es folgten weitere Rettungskampagnen, unter anderem für Venedig/Italien, Moenjodaro/Pakistan und Borobudur/Indonesien.

So entstand 1972 das „Übereinkommen zum Schutz des Kultur- und Naturerbes der Welt" (UNESCO Welterbekonvention). Inzwischen haben es 193 Staaten unterzeichnet und es besitzt damit universelle Gültigkeit.

Welche Idee steht dahinter?

Die Verantwortung für den Schutz eines Kultur- oder Naturgutes, das einen „außergewöhnlichen universellen Wert" besitzt, liegt nicht allein in der Hand des jeweiligen Staates; vielmehr fällt es unter die Obhut der gesamten Menschheit. Mit der Unterzeichnung der Welterbekonvention verpflichtet sich jedes Land dazu, die innerhalb seiner Grenzen gelegenen Welterbestätten zu schützen und für zukünftige Generationen zu erhalten. Die anderen Vertragsstaaten tragen im Rahmen des internationalen Kooperatonssystems zum Schutz dieser Stätten bei. Souveränität und Eigentumsrechte bleiben aber unberührt.

Was besagt die Welterbekonvention?

Auffallendstes Merkmal der Konvention ist die Verbindung von Naturschutz und Denkmalschutz. Sie definiert, welche Natur- oder Kulturstätten in die Welterbeliste aufgenommen werden können. Welterbe von «außergewöhnlichem universellem Wert» geht in seiner Bedeutung über national bedeutsame Denkmäler hinaus. Das Übereinkommen beschreibt die Pflichten der Vertragsstaaten und ihre Aufgaben zum Schutz und zur Erhaltung.  Des Weiteren definiert es die Aufgabe des Welterbekomitees, die Wahl seiner Mitglieder und ihre Mandatsdauer. Sie bestimmt die Fachorganisationen, die das Komitee zur Beratung beiziehen kann, legt die Verwaltung und Verwendung des Welterbefonds fest und regelt die Modalitäten der internationalen Hilfeleistung.

Die Operativen Richtlinien der Konvention (idF 2017) leiten die Vertragsstaaten an, wie das Übereinkommen anzuwenden ist.

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