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Presse

der Österreichischen UNESCO-Kommission  
Foto: © Colourbox.de / Eduardo

3. Mai: Welttag der Pressefreiheit – 2 Journalisten aus Myanmar erhalten UNESCO-Award

29.04.2019

Der World Press Freedom Day wurde 1993 von der UNESCO ins Leben gerufen. Jährlich wird am 3. Mai die Pressefreiheit gewürdigt und der Journalist*innen gedacht, die während ihrer Tätigkeit bedroht, eingeschüchtert oder sogar getötet werden. Der Welttag steht dieses Jahr unter dem Motto „Medien für Demokratie: Journalismus und Wahlen in Zeiten der Desinformation.“ UNESCO-Preisträger 2019: Kyaw Soe Oo und Wa Lone aus Myanmar. Beide wurden am 7. Mai überraschend aus der Haft entlassen.

UNESCO/Guillermo Cano World Press Freedom Prize 2019 

Der UNESCO/Guillermo Cano World Press Freedom Prize wird seit 1997 jährlich vergeben. Im Gedenken an den am 17. Dezember 1986 vor dem Gebäude seiner Zeitung, El Espectador, in der kolumbianischen Hauptstadt Bogotá ermordeten Journalisten Guillermo Cano Isaza. Der Preis ist mit 25.000 US-Dollar dotiert und wird an Personen vergeben, die oft unter hohem Risiko einen herausragenden Beitrag zur Verteidigung oder Förderung der Pressefreiheit leisten.

Preisträger 2019:  Kyaw Soe Oo und Wa Lone aus Myanmar

2019 teilen sich den UNESCO- World Press Freedom Prize zwei Journalisten: Die Jury (Unabhängiges Entscheidungsgremium aus 14 Journalist*innen) hat sich für die Reuters-Journalisten Kyaw Soe Oo und Wa Lone aus Myanmar entschieden. 2017 wurden beide zu sieben Jahren Haft wegen Verrats von Staatsgeheimnissen verurteilt. Die beiden hatten Hintergründe eines Mordes an Rohingya-Männern durch die myanmarische Armee recherchiert. Reuters-Chefredakteur Stephen J. Adler erklärte, das Urteil diene dazu, die Berichterstattung zum Schweigen zu bringen und die Presse einzuschüchtern.

Am 7. Mai wurden beide Journalisten nun überraschend aus der Haft entlassen.

Jury Begründung
Die Unesco-Jury  - unter der Leitung von des polnischen Journalisten Wojciech Tochman - würdigte die Arbeit der beiden Preisträger und betonte, der Grund ihrer Verhaftung liege in ihren Recherchen und Beschreibungen der Verbrechen gegen die Rohingya.
Sie wurden festgenommen, weil sie über ein Tabuthema berichtet und die Verbrechen an den Rohingya dokumentiert haben. Die Wahl von Wa Lone und Kyaw Soe Oo ist eine Anerkennung für ihren Mut, ihren Widerstand und ihren Einsatz für die freie Meinungsäußerung“, so Jury-Leiter Wojciech Tochman.

Der Guillermo Cano-Preis wird am 2. Mai 2019 im Rahmen der Feierlichkeiten zum Welttag der Pressefreiheit verliehen. Die Preisverleihung findet in diesem Jahr in Äthiopien statt.

Reporter ohne Grenzen fordert sofortige Freilassung
Laut Reporter ohne Grenzen, hatten Wa Lone und Kyaw Soe Oo im Bundesstaat Rakhine recherchiert, in dem laut Befürchtungen der UNO die burmesische Armee ethnische Säuberungen gegen die Rohingya-Gemeinde durchführt. Alles deute darauf hin, dass Wa Lone und Kiaw Soe Oo als Sündenböcke für die Behörden dienten, um allzu neugierige Medienschaffende fernzuhalten.

In der aktuellen Rangliste zur Lage der Pressefreiheit von „Reporter ohne Grenzen liegt Myanmar auf Platz 138 von 180.

Reporter ohne Grenzen Österreich verwies im Rahmen der Publikation der aktuellen Rangliste der Pressefreiheit, dass sich "der Trend des Vorjahres, dass Angriffe auf Journalist*innen nicht mehr nur auf autokratische oder Kriegsgebiete beschränkt sind, leider fortsetzt." Österreich ist auf Platz 16 abgrutscht. "Das ist alarmierend. Aus unseren Nachbarländern wissen wir, wie leicht angreifbar scheinbar unangreifbare Werte wie Pressefreiheit sind", so Reporter ohne Grenzen weiter in der Aussendung. Auch das diesjährige Motto des UNESCO-Welttages „Medien für Demokratie: Journalismus und Wahlen in Zeiten der Desinformation“ nimmt Bezug auf diesen beunruhigenden Trend.

Christophe Deloire, Generalsekretär von „Reporter ohne Grenzen“ würdigt die Pressfreiheit als europäischen Kernwert und setzt sich im Gastkommentar für die DW-Plattform-Freedom dafür ein, dass die nächste EU-Kommission einen Kommissar benennt, der sich explizit für den Schutz der Pressefreiheit einsetzt. "Von Bukarest bis Madrid, von Nikosia bis Stockholm, von Dublin bis Wien braucht die Zivilgesellschaft einen hochrangigen Vertreter, an den sie sich wenden kann, wenn diese wesentliche Freiheit verletzt wird.“

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Der Welttag der Pressefreiheit steht dieses Jahr unter dem Motto „Medien für Demokratie: Journalismus und Wahlen in Zeiten der Desinformation.“ UNESCO-Preisträger 2019: Kyaw Soe Oo und Wa Lone aus Myanmar
© Ann Wang (c) courtey of Reuters

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