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Wissenschaft

Wissenschaft im Rahmen der globalen Nachhaltigkeitsziele  
Foto: © Colourbox.de

Biodiversität retten: Nachhaltige Modelle in Österreich

Alljährlich erinnert uns der Internationale Tag der Biodiversität daran, dass der Schutz von Arten, Lebensräumen und genetischer Vielfalt weltweit stärkere Anstrengungen braucht. Denn, wie der neue globale UNO-Bericht zur Artenvielfalt zeigt: Das Ausmaß des Artensterbens war in der Geschichte der Menschheit noch nie so groß wie heute. In Österreich engagieren sich u.a. drei UNESCO-Biosphärenparks und der Verein Arche Noah für ökologische und biologische Vielfalt.

In den letzten Jahrzehnten sind drastische Verluste an biologischer Vielfalt und fortschreitende Zerstörungen unserer Ökosysteme zu verzeichnen. Das katastrophale Ausmaß des Artensterbens wird im globalen UNO-Bericht zur Artenvielfalt der Erde (IPBES Global Assessment) deutlich, der Anfang des Monats vom Weltbiodiversitätsrat verabschiedet wurde: Weltweit sind von den geschätzt acht Millionen Tier- und Pflanzenarten rund eine Million vom Aussterben bedroht. 

Schreitet der Artenverlust weiter voran, zieht das dramatische Folgen nach sich. Betroffen davon sind – wie auch beim Klimawandel – insbesondere die Ärmsten der Armen. Daher ist der Schutz der Biodiversität auch in den globalen Zielen für nachhaltige Entwicklung (Sustainable Development Goals, SDGs) verankert: SDG 14 ist dem Leben unter Wasser, SDG 15 dem Leben an Land  gewidmet und SDG 2 zielt ab auf Ernährungssicherheit durch nachhaltige Landwirtschaft. 

Modelle nachhaltiger Entwicklung: UNESCO-Biosphärenparks

Die Umsetzung der SDGs erfolgt in Österreich unter anderem im Rahmen des Programms „Man and the Biosphere“ (MAB) in drei UNESCO-Biosphärenparks: im Großen Walsertal, im Wienerwald sowie im Park Salzburger Lungau & Kärntner Nockberge. Die UNESCO-Biosphärenparks sind Vorreiter- und Modellregionen für nachhaltige Entwicklung und damit auch für die Erhaltung und nachhaltige Nutzung der lokalen Artenvielfalt. Die Kernzonen in den Parks sind Naturschutzgebiete, die das vielfältige Leben an Land und unter Wasser bewahren.

Zahlreiche Projekte und Veranstaltungen binden die Bevölkerung vor Ort aktiv ein und vermitteln anschaulich die zentrale Rolle der Biodiversität als Lebensgrundlage und gemeinsame Ressource. Vorträge, Themenwanderungen und Workshops richten sich an Menschen aller Alterklassen; so auch der „Tag der Artenvielfalt“ des Biosphärenparks Wienerwald im Juni.

Ökosysteme schützen: Verein ARCHE NOAH gibt Wissen um Samenbau weiter

Laut SDG Watch Austria verantwortet Großteils die Industrialisierung der Landwirtschaft das Aussterben von Tier- und Pflanzenarten. Gentechnik, Patente auf Saatgut und Saat-Monopole sind Gefahr für das kulturelle Erbe der biologischen Vielfalt. Mit SDG Ziel 15, Leben an Land, hat sich die Welt dazu entschlossen, Landökosysteme zu schützen, wiederherzustellen und dem Verlust der biologischen Vielfalt ein Ende zu setzen. SDG 2 „Ernährung sichern“, vor allem Unterziel 2.5, ruft dazu auf, bis 2020 die genetische Vielfalt von Saatgut und Kulturpflanzen, aber auch Nutz- und Haustieren zu bewahren.

Der Österreichische Verein ARCHE NOAH entstand vor diesem Hintergrund 1989, um „das Saatgut als Grundlage buchstäblich wieder in die eigenen Hände“ zu nehmen. (Arche Noah) Engagierte Mitglieder und Förder*innen des Vereins geben das Wissen um traditionellen Samenbau und Saatgutgewinnung weiter und bemühen sich so um die Bewahrung und Pflege tausender gefährdeter Gemüse-, Obst- und Getreidesorten. Ebendieses Wissen um Samenbau, Ernte, Selektion, Reinigung wurde 2014 ins Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes in Österreich aufgenommen. 

Nicht nur am internationalen Tag der biologischen Vielfalt gilt es, die diversen Projekte und Bemühungen hervorzuheben. Denn dass Biodiversität eine gemeinsame Ressource ist, und unser aller Lebensqualität und Wohlergehen von den Ressourcen und Leistungen der Natur abhängig ist, ist klar. Daran und an die ökologischen Grenzen der Erde (SDG Watch Austria, Arche Noah) erinnert der internationale Tag der Biodiversität. 

© Verein ARCHE NOAH