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Immaterielles Kulturerbe

Bräuche, Wissen, Handwerkstechniken  
Foto: © UNESCO/James Muriuki

Lärchenharz-Gewinnung
Traditionelles Handwerk in Kärnten, aufgenommen 2018

Bei der Lärchenharz-Gewinnung wird durch ein baumschonendes Verfahren, Lärchenharz oder Lärchenbalsam gewonnen. Dabei wird ein Bohrkanal in die Harztasche des Baumes gelegt, der bis zur Ernte (die allgemein in Zweijahresintervallen stattfindet) mit einem Lärchenholz-Pfropfen verschlossen ist. Harzer und Land- und Forstwirte sind im Kärntner Gurk- und Metnitz- und Görtschitztal und im Gebiet um Neumarkt in der Steiermark in die Lärchenharz-Gewinnung involviert. Technik und Regeln werden seit Generationen im Familienverband an die Betriebsnachfolger weitergegeben.

Die Lärchenharzgewinnung im Alpenraum ist ein altes Verfahren, welches im 18. Jahrhundert beispielsweise Concessionsurkunden verlangte. In Kärnten wurde die Gewinnung von Nikolaus Schusser Anfang des 20. Jahrhunderts erstmals gewerblich durchgeführt. Um die schonende Gewinnung des Harzes zu garantieren, setzte sich dieser mit ForstwissenschaftlerInnen in Verbindung und beauftragte entsprechende Untersuchungen.
Das Ziel der Bohrung bei der Lärchenharzgewinnung ist es, den senkrecht verlaufenden, harzgefüllten Harzriss anzuschneiden, sodass das Harz in den Bohrkanal, der als Sammelraum dient, abfließen und von dort entnommen werden kann. Das Wissen um die Technik erlaubt den natürlichen Harzriss abzuschätzen, nicht daran vorbei zu bohren und den Baum dadurch nicht zu verletzen.
Neben der besonderen Technik sind auch eigene Ausdrücke der Harzer (Jungfernharz, Pech ziachn etc.) sowie spezifisches Werkzeug, welches für die Gewinnung verwendet wird (z.B. Harzlöffel), Teil des Elementes. Die Gewinnung stellt nicht nur einen ökonomischen Nutzen für den Waldbesitzer dar – die Einnahmen aus den Harzverkäufen können zu einem nicht unerheblichen Nebeneinkommen führen – durch die Bohrung kann weiters schnell erkannt werden, ob ein Baum krank oder gesund ist.

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