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Österreich und die UNESCO

 
Foto: © UNESCO / M. Ravassard

UNESCO in Österreich

Im Laufe der fast 70jährigen Mitgliedschaft hat Österreich 25 Rechtsinstrument ratifiziert, an zahlreichen Programmen der UNESCO mitgearbeitet und die Ziele der Organisation mit großem Engagement umgesetzt. Sichtbare Zeichen seiner Beteiligung sind:

UNESCO-Schulen

An die 10.000 Schulen aller Schultypen in über 180 Ländern bilden das UNESCO-Schulnetzwerk. Die UNESCO-Schulen zeichnen sich dadurch aus, dass sie die Anliegen der UNESCO – Friedenserziehung, Förderung der Demokratie und der Menschenrechte, Umweltbildung, interkulturelles Lernen etc. – in ihrer täglichen Arbeit umsetzen. Derzeit sind 90 österreichische Schulen als UNESCO-Schulen anerkannt.

UNESCO-Lehrstühle

Universitäten und Forschungsinstitutionen, die sich verpflichten, im Ziel- und Themenhorizont der UNESCO zu forschen und zu lehren, werden als UNESCO-Lehrstühle anerkannt. Von den ca. 600 UNESCO-Chairs in 120 Ländern befinden sich sechs in Österreich:

Biosphärenparks

Biosphärenparks sind international anerkannte Land- oder Küstenökosysteme, in denen Modelle für eine nachhaltige Bewirtschaftung der Biosphäre entwickelt, erprobt und umgesetzt werden. In Österreich gibt es derzeit drei Biosphärenparks: Großes Walsertal, Wienerwald und Salzburger Lungau & Kärntner Nockberge.

Geoparks

UNESCO Global Geoparks sind Gebiete mit geologischen Stätten und Landschaften von internationaler geowissenschaftlicher Bedeutung, die durch ein ganzheitliches Konzept von Schutz, Bildung und nachhaltiger Entwicklung verwaltet werden. In diesem Sinne bieten sie die Möglichkeit, den Schutz von Landschaft und Naturdenkmälern im Zusammenhang mit gesellschaftlichen Fragen zu sehen: mit dem globalen Klimawandel, dem Erhalt von natürlichen Ressourcen und der Katastrophenvorsorge etc. In Österreich gibt es derzeit vier UNESCO-Geoparks: Geopark Karnische Alpen, Geopark Erz der Alpen, Geopark Karawanten und Geopark Steirische Eisenwurzen.

Cities against Racisme

Die europäische Städtekoalition gegen Rassismus der UNESCO ("European Coalition of Cities Against Racism" – ECCAR) wurde 2004 ins Leben gerufen um Diskriminierung, die vor Ort entsteht auch auch vor Ort bekämpfen zu können. Die UNESCO kooperiert heute mit regionalen Städtekoalitionen in sechs Weltregionen, um geeignete, lokal angepasste Strategien zur Rassismusbekämpfung zu entwickeln. Unter den über 100 europäischen Städtekoalitionen befinden sich zwei in Österreich: Graz und Wien.

Welterbe

Die Liste des UNESCO-Welterbes umfasst derzeit 1052 Kultur- und Naturstätten in 165 Ländern, darunter neun Welterbestätten in Österreich: Das historische Zentrum der Stadt Salzburg, das Schloss und die Gärten von Schönbrunn, die Kulturlandschaft Hallstatt-Dachstein Salzkammergut, die Semmeringeisenbahn, das historische Zentrum der Stadt Graz und Schloss Eggenberg, die Kulturlandschaft Wachau, das Historische Zentrum von Wien, die Kulturlandschaft Fertö-Neusiedler See und die Prähistorischen Pfahlbauten um die Alpen.

Immaterielles Kulturerbe

Zum immateriellen Kulturerbe zählen Praktiken, Darstellungen, Ausdrucksformen, Wissen und Fertigkeiten, die Gemeinschaften, Gruppen und gegebenenfalls Einzelpersonen als Bestandteil ihres Kulturerbes verstehen. Gleichzeitig erfasst dieser Begriff auch die Instrumente, Objekte und kulturellen Räume, die mit dem jeweiligen immateriellen Kulturerbe in Zusammenhang stehen. Die internationalen Listen umfassen mittlerweile 429 Elemente aus aller Welt, darunter drei österreichische Traditionen auf der Repräsentativen Liste des immateriellen Kulturerbes der Menschheit: Falknerei, Imster Schemenlaufen, Klassische Reitkunst und Hohe Schule der Spanischen Hofreitschule und seit 2016 auch drei österreichische Handwerkszentren (Hand.Werk.Haus Salzkammergut,  Textiles Zentrum Haslach, Werkraum Bregenzerwald) im UNESCO-Verzeichnis guter Praxisbeispiele. Auf nationaler Ebene zählt das österreichische Verzeichnis mehr als 90 Eintragungen.

UNESCO Creative Cities Network

Das UNESCO-Programm “Creative Cities” dient zur weltweiten Vernetzung von Städten, die ihr kreatives Potential nützen, um auf das gemeinsame Ziel von kultureller Diversität und nachhaltiger Stadtentwicklung hinzuarbeiten. Städte können sich in sieben Bereichen bewerben: Film, Musik, Design, Gastronomie, Medienkunst, Handwerk oder Literatur. Das 2004 gegründete Netzwerk dient als Plattform zum Austausch von Erfahrungen, Ideen und Praxisbeispielen im Bereich von Kunst und Kultur, sowie der Kreativwirtschaft. Weltweit sind mehr als 100 Städte im Netzwerk vertreten, zwei davon befinden sich in Österreich:

Memory of the World Register

Die UNESCO führt ein Memory of the World Register, um das dokumentarische Erbe – Bücher, Manuskripte, audiovisuelle Medien in Bibliotheken und Archiven – weltweit zu erhalten. Derzeit umfasst das Register über 350 Eintragungen, Österreich kann insgesamt 13 Einträge im Weltregister verzeichnen: das Wiener Dioscurides-Manuskript, das Schlussdokument des Wiener Kongresses, die Historischen Sammlungen des Phonogrammarchivs, die Papyrussammlung, die Schubertsammlung, den Atlas Blaeu-Van der Hem, die Brahms Sammlung, die Gotischen Baurisse, die Tabula Peutingeriana, den Arnold-Schönberg-Nachlass, den Mainzer Psalter und als Gemeinschaftseintragung die Bibliotheca Corviniana und die Goldene Bulle. Das Nationale Register mit für Österreich kulturell bedeutsamen sowie historisch wichtigen Dokumenten und Sammlungen zählt mehr als 40 Eintragungen.

Daten & Fakten Österreich und die UNESCO